Geschäftsbericht für das Jahr 2017

Landesstiftung Opferschutz
Der Vorstand

 

 

1. Tätigkeit der Stiftungsorgane

2. Individuelle Opferunterstützungen

3. Opferzeugenbetreuungsprogramme

4. Finanzierung

5. Haushaltsabrechnung 2016

6. Haushaltsplan 2017


1.

Tätigkeit der Stiftungsorgane

 

Das Kuratorium trat am 10.07.2017 zusammen.
Der Vorstand der Stiftung hat über die Tätigkeit der Stiftung berichtet und begrüßt, dass die Zusammenarbeit mit den Justizbehörden sehr gut ist. Das Kuratorium hat Herrn Präsident des Landgerichts a. D. Wolfgang Eißer auf weitere 5 Jahre zum Vorsitzenden des Vorstands der Stiftung bestellt.

Der Vorstand und der Zuwendungsausschuss haben im Jahre 2017  siebenmal getagt.

Der Landesstiftung Opferschutz stand im Jahr 2017 ein Betrag von 421.986,82 € zur Verfügung.

400.000 € stammten aus Steuermitteln.

Die Zinsen aus dem Stiftungskapital sind in Höhe von 5,11 € angefallen.

Die Einnahmen aus durchgesetzten Regressansprüchen beliefen sich 2017 auf insgesamt 21.986,82 €. Der finanzielle Aufwand hierfür (Kosten für Beglaubigungen für Titelumschreibungen, Gerichts- sowie Zwangsvollstreckungskosten) betrug 707,66 €. Die Kostenquote von 3,23 % ist gering. Sie lässt sich nur erzielen, weil die Stiftung alle Prozesse und Zwangsvollstreckungsmaßnahmen selbst durchführt. Erfreulicherweise konnten auch 2017 einige Regressansprüche tatsächlich in vollem Umfang durchgesetzt werden.

Die Einnahmen aus durchgesetzten Regressansprüche haben sich in den letzten Jahren wie folgt entwickelt:

  • 2011         7.665,17 €
  • 2012       17.420,27 €
  • 2013       23.424,00 €
  • 2014       13.831,70 €
  • 2015       17.739,91 €
  • 2016       18.162,64 €
  • 2017       21.986,82 €

Die Ausgaben für die individuelle Opferunterstützung betrugen 2017 385.750,00 €.
Ausgaben für Opferzeugenbetreuungsprogramme betrugen im Jahr 2017 0,00 €.

 

2.

Individuelle Opferunterstützungen

 

Im Jahre 2017 sind 181 Neuanträge eingegangen. (Einige Anträge wurden von mehreren Antragstellern gemeinsam gestellt. Insgesamt hatten 196 Antragsteller einen Antrag auf Unterstützung gestellt.) Von den aus dem Vorjahr noch anhängigen 27 Anträgen und den neu eingegangenen Anträgen wurden 173 Anträge erledigt. Am Ende des Jahres war über 35 Anträge noch nicht entschieden worden. Von den 2017 erledigten 173 Anträgen wurden 37 (das entspricht 21,39 %) abgelehnt, 136 Anträge waren erfolgreich (78,61 %). Insgesamt wurden in diesen 136 Fällen Zahlungen von 409.250,-- € bewilligt (im Durchschnitt pro erfolgreichem Antrag etwa 3.000,-- €, wobei auf jeden Antragsteller durchschnittlich 2.747,-- € entfielen). Die Auszahlung erfolgt bei einem Teil der Bewilligungen vom Jahresende erst im Folgejahr.

Der ganz überwiegende Anteil der bewilligten Zahlungen betraf Schmerzensgeldersatz, materielle Schäden wurden nur sehr selten erstattet.

Die Ablehnung von Anträgen beruhte z. B. darauf, dass

  • die Gewalttaten keinen Bezug zu Baden-Württemberg hatten,
  • eine Entschädigung aus im eigenen Verhalten der Anspruchsteller liegenden Gründen unbillig wäre,
  • nur geringfügige Tatfolgen bestanden haben,
  • keine Gewalttat vorlag, sondern eine reine Straftat gegen das Vermögen oder eine Fahrlässigkeitstat,
  • die Antragsteller auf Nachfragen nicht reagiert haben. 
 

3.

Opferzeugenbetreuungsprogramme

 

Im Jahre 2017 ging kein Antrag einer Organisation ein. Seit der Satzungsänderung im Jahr 2011 können Opferzeugenbetreuungsprogramme nur noch einmalig mit höchstens 10.000 € unterstützt werden. Seit Bestehen der Landesstiftung Opferschutz wurden 59 Organisationen gefördert, davon einige in Übereinstimmung mit den früher geltenden Zuwendungsrichtlinien mehrfach.

 

4.

Finanzierung

 

Die Landesstiftung Baden-Württemberg (heute: Baden-Württemberg Stiftung) hatte im Jahre 2001 der Landesstiftung Opferschutz insgesamt 12.500.000 DM = 6.391.148,50 € zugesagt, die nach Bedarf ausbezahlt worden sind. Diese Mittel waren im Laufe des Jahres 2010 vollständig aufgebraucht.

Mit Zuwendungsvertrag vom 11.02.2010 stellte die Baden-Württemberg Stiftung der Landesstiftung Opferschutz im Jahre 2010 bis zu 300.000 € und in den Jahren 2011, 2012 und 2013 jeweils weitere 400.000 € zur Verfügung. Etwaige Restmittel aus den einzelnen Jahren konnten seit 2010 nicht mehr auf das Folgejahr übertragen werden.
Die Finanzierung der Stiftungstätigkeit erfolgt seit 2014 aus Haushaltsmitteln. Gemeinnützigkeitsrechtliche und/oder steuerrechtliche Änderungen ergeben sich dadurch nach verbindlicher Auskunft der Finanzverwaltung nicht.

Mit Zuwendungsbescheid des Justizministeriums Baden-Württemberg vom 26.02.2015 wurden der Landesstiftung Opferschutz für die Jahre 2015 bis 2019 jedes Jahr 400.000 €, insgesamt 2.000.000 €, als Festbetragsfinanzierung gewährt. Damit ist die Finanzierung bis einschließlich 2019 gesichert.

 

5.

Haushaltsabrechnung 2017

 

Stiftungskapital am 01.01.2016 (100.000,00 DM) 51.129,19

Einnahmen:
Auszahlungen der Baden-Württemberg Stiftung 400.000,00
Geldbußen 0,00
Spenden 0,00
Durchgesetzte Regressansprüche 21.986,82
Zinsen aus angelegten Geldern 5,11

Gesamteinnahmen 421.991,93

Ausgaben:
Zuwendungen an Opfer 385.750,00
Unterstützungszahlungen an Opferzeugen-Organisationen 0,00
Personalkosten Geschäftsstelle 31.139,93
Fahrtkosten für Vorstand u. Zuwendungsausschuss
(Auszahlung der Kosten von 2017 erst 2018)
0,00
Sonstige Verwaltungsausgaben (Telefon, Porto, Büromaterial usw.) 3.688,01
Sonstige Auslagen (Vollstreckungs- u. Beglaubigungskosten) 707,66

Gesamtausgaben 421.285,60
Restmittel am 31.12.2017 706,33

Die Restmittel sind am Jahresende verfallen und stehen dem Fiskus zu.


Stiftungskapital am 31.12.2017 (100.000,00 DM)
51.129,19
 
 
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6.

Haushaltsplan 2018

 

Stiftungskapital am 01.01.2018
51.129,19

Einnahmen:
Haushaltsmittel 400.000,00
Durchgesetzte Regressansprüche 15.00,00
Zinsen aus angelegten Geldern 100,00

Erwartete Gesamteinnahmen 415.100,00

Aus dem Stiftungskapital werden auch 2018 kaum Zinsen erwirtschaftet werden können. Die Hausbank hat zugesagt, weiterhin auf die Kontoführungsgrundgebühren zu verzichten.

Ausgaben:
Zuwendungen an Opfer 373.000,00
Unterstützungszahlungen an Opferzeugen-Organisationen 5.000,00
Personalkosten Geschäftsstelle 32.000,00
Ausgaben für Vorstand und Zuwendungsausschuss 2.400,00
Sonstige Verwaltungsausgaben 1.900,00
Vollstreckungs- und Beglaubigungskosten 700,00

Voraussichtlich notwendige Gesamtausgaben 415.100,00
 
Erwartete Restmittel am 31.12.2018 0,00
 
Stiftungskapital am 31.12.2018 (100.000 DM) 51.129,19


Stuttgart, den 07.02.2018
 
Der Vorstand der Landesstiftung Opferschutz

gez. Eißer
Vorstandsvorsitzender
der Landesstiftung Opferschutz
gez. Saal-Rannacher
Vorstand der Landesstiftung Opferschutz

Ministerialrätin im Sozialministerium a. D.
gez. Hetger
stellvertretender Vorstandsvorsitzender
der Landesstiftung Opferschutz